Warum?

Lokaljournalismus in Riesa ist wohl ein bisschen wie Kinderheim. Man weiß nicht so recht, wie man da hin geraten ist, aber jetzt ist man halt hier.  Das ist keine Begründung für diesen Blog, aber ein guter Einstieg. Zur Begründung: Da ich eben genau das ein Großteil meiner Zeit als Freier Journalist bin, Reporter in Riesa, habe ich immer wieder festgestellt, dass die interessantesten Sachen oft nicht in der Zeitung stehen können. Meistens wird es da wohl um Nazis gehen, mag der Leser denken. Das stimmt.

Kurz gesagt: In diesem Blog gibt es Geschichten aus der ostdeutschen Provinz.

Das ist kein Riesa-Hasser-Blog. Dazu gibt es in der Stadt dann doch zu viele liebenswerte Menschen. Genausogut könnte dieser Blog auf Sylt (aber da sowas von!) spielen, vielleicht aber auch in Berlin oder München. Es soll hier vielmehr um all die kleinen und großen Auswüchse gehen, die es im Zusammensein in überschaubaren Gemeinschaften nun mal gibt. Dass es ausgerechnet Riesa trifft, nennt man wohl Schicksal, vielleicht auch examplarische Beweisführung.

Update: Alles Schnee von gestern. Seit August 2011 bin ich nicht mehr bei der Sächsischen Zeitung tätig. Geblogt wird hier trotzdem noch, aber wirklich sehr selten.

13 Antworten zu “Warum?

  1. Thomas, Du bist Lokaljournalist und kein Loklajournalist. Oder hab ich wieder mal einen Witz nicht verstanden?

  2. Christiane, du hast sicher recht. Habs verbessert. Vielen Dnak!

  3. Thomas. Super Ding, das hier. Wollt ich mal gesagt haben. Sag ich ja sonst nicht so oft…

  4. Pingback: Blog: Thomas Trappe « Wechselwirkungen

  5. Mein „Dank“ gilt den Kommentaren aller „Jubelperser“ auf dieser Seite

    Einer der besten Riesaer SZ-Journalisten ging 2009 für immer.

    Ich hab mir vor Jahren mal die Frage gestellt wie es zur NPD – Ansiedlung in Riesa kam und wer damals welche Auffassung dazu hatte.

    Und hier? Viel Oberfläche dafür geringer Tiefgang.

    Mutig ?! Man wird sehen…

  6. Ich find’s toll hier … 🙂

  7. Hab dich grad völlig zufällig übers Dashboard gefunden.
    „“Thomas Trappe“… so heißt doch bei uns auch einer von der SZ.
    Ah, das ist ja der von der SZ“ 😀
    Schöne Grüße!

  8. Ha- gibt es doch noch Infos aus der alten Heimat. Krabaz macht hier ordentlich Werbung für Dich. Liebe Grüße aus Berlin. Man liest sich.

  9. Von einem Bekannten aus Indonesien musste ich auf diesen wunderbaren Blog mit der Nase gestoßen werden, um ihn zu entdecken.
    Wirklich wunderbar! Endlich ein Journalist, der auch nach „Dienstschluß“ nachdenkt, und sich mit den Neonazis auseinandersetzt.

    Respekt und Anerkennung für so viel Zivilcourage und Humor.

    Ich kenne Riesa ein wenig durch meine Ausbildung – ich bin voll bei Ihnen. 😉

    • Nils-Eric Schumann

      Dass ausgerechnet Herr Töpper Journalisten bewertet, einer, dessen Presseinformationen Menschen in diesem Beruf schier verzweifeln lassen. Kein Wunder, dass Herr Töpper diesen Blog nicht selbst gefunden hat … in Coswig, so etwas wie Riesa in klein … (oder schreibt man an der Stelle klein etwas groß??)

  10. Riesa sollte stolz sein. Die Problematik gibt es überall, solche Blogs aber leider nicht. Am Ende basiert eben alles auf der Initiative Einzelner. Den meisten fehlt da leider die Energie (schließe mich da ausdrücklich ein). Wie man mit Nazis auf politischer Ebene umgehen soll, ist mir allerdings auch nicht ganz klar. Ich gehöre zu denen, die Verbote durchaus als probates Mittel betrachten. Dies ist in einer Demokratie sicherlich problematisch, hat aber den Vorteil, dass sich die die Spreu vom Weizen trennt, und damit vielleicht nur noch der harte Kern, die wirklichen Überzeugungstäter, übrigbleibt. Auf der anderen Seite reflektieren die „gemäßigten Durchschnittsnazis“ ja durchaus das Wertesystem und die Ängste vieler braver Bürger (Ordnung, Disziplin, Überfremdungsängste, provinzielle Traditionen versus Globalisierung, kurz die ganze Bandbreite von Bier, Schnitzel und Schützenfest). Dies gilt übrigens für Ost und West. Wer den Ostlern ein Monopol auf provinzielle Deutschtümelei zuschreibt, dem empfehle ich, seinen Wohnsitz für eine Weile in eine rheinische Kleinstadt zu verlegen. Das kuriert von solcherlei Vorurteilen und öffnet den Blick auf’s Ganze – Deutschland Einig Vaterland!

  11. Ein wirklich schönes Blog. Jetzt wo ich in Dresden bin kann ich so auch ein bisschen was aus meiner Heimatstadt erfahren und das mit einem guten kritischen Unterton. Super.

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