… im Osten

Ich überlege seit einiger Zeit, einen Text über Tanzbären zu schreiben. Oder Lada-Rallys. Oder Essenknappheit im Konsum. Irgendsowasinderart. Biete es dann Redaktionen an, sagen wir mal, in Düsseldorf, Hamburg oder München. Könnte funktionieren.

Ich habe als freier Journalist in Leipzig Vorteile gegenüber den vielen Kollegen, die sich im Rest der Republik und vor allem in Berlin daran versuchen, ihre Existenz zu erhalten. Die Stadt liegt ein wenig im journalistischen Niemandsland, in der Mitte des sogenannten Mitteldeutschlands wimmelt es, wie man so schön sagt, nämlich nicht gerade von Journalisten oder gar Korrespondenten überregionaler Medien. Ein Umstand, den ich mir dergestalt zunutze gemacht habe, dass ich die Lücke erkannte und nun einigermaßen ausnutze. Ich schreibe also Geschichten aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, die kriegt man relativ einfach los. Das ist sehr schön.

Für das Handelsblatt zum Beispiel verfasste ich im vergangenen Jahr einen Text über einen Nachfolgebetrieb der Orwo-Filmwerke in Bitterfeld. Ein nettes Unternehmen, das sich ganz gut macht und recht familiär hochwertige Filmrollen herstellt, Absatzmarkt weltweit. Ein recht glorreiches Ding, was die Damen und Herren da aus dem traurigen Erbe Bitterfeld-Wolfen gemacht haben. Vom Redakteur dann gesetzte Überschrift: „Das traurige Erbe der glorreichen Filmfabrik“.

Das ist was Grundsätzliches, glaube ich.

Mittlerweile schreibe ich Firmen-Porträts für eine andere überregionale Zeitung, das Handelsblatt hat die dafür geeignete Rubrik eingestellt. Der jüngste Text behandelte die Orgelbaufirma Eule in Bautzen, auch das ein recht erfolgreiches Unternehmen, und zwar im Bundesvergleich. Doch auch hier manifestierte sich jüngst der Effekt, den ein Text aus dem Osten bei vielen Redakteuren in den alten Bundesländer offenbar auslöst. Der Nachrichtenwert wurde wie folgt zusammengefasst: „Orgeln aus dem Osten“.

Mich grämt das kaum, es sind vollkommen nachvollziehbare redaktionelle Reaktionsmuster, vor allem weil der jüngste Text in der personell engen Weihnachtszeit gesetzt wurde. Ich sag ja nur. Und dann ist da noch Spiegel Online.

Vor einem halben Jahr hatte ich das Vergnügen, ein Protagonist zu sein in einer Spon-Geschichte über das schöne Riesa in Mittelsachsen an der Elbe, dort arbeite ich ab und an und werde unter anderem was gefragt von anderen Journalisten, irgendwas mit Nazis meist. Die Spon-Mitarbeiterin hatte vernommen, dass es in Riesa ein Problem mit Neonazis gibt, ich hatte das hier und dort angedeutet. Wir trafen uns und sie fragte mich damals sinngemäß, wo denn jetzt die ganzen rechtsradikalen Fahnen hängen. Ich sagte, es sei etwas diffiziler, gerade wegen des Umstands, dass die Fahnen hier oft in den Köpfen, und nicht aus den Fenstern hängen. Man sehe das Problem in den Straßen kaum, die Stadt sei ja irgendwie ganz schmuck, und das ist Teil des Problems. Voll tiefgründig und so.

Die Geschichte handelte dann von zerfallenen Straßen und SS-artigen Ausschreitungen in der Innenstadt. Beigefügt wurden Bilder von zerfallenen Häusern, die ich beim besten Willen noch nie gesehen hatte. Thema verdreht und damit perfekt konfektioniert für die Massentauglichkeit. Hier wurde das Motto, den Leser beim Osten nicht mit Neuigkeiten zu erschrecken befolgt, das traurige Erbe von Stefan Aust. Dabei hätte man eine viel schönere Geschichte machen können, auch mit Hitler und Gedöns.

Die Spon-Journalistin und ich sprachen in dem Zusammenhang auch über mein Blog. Ich erzählte da die gleiche Anekdote, die ich immer wieder erzähle. Ich erzähle, dass ich übrigens auf Sylt mein Handwerk gelernt habe, in einer äußerst kompetenten Redaktion (in der meine Ostherkunft nie Thema war, aber das hat jetzt mit der Anekdote nichts zu tun). Jedenfalls erzähle ich dann von erschreckend prolligen Sylt-Urlaubern aus dem Rheinland, grenzdemokratischen Bürgermeistern und Gemeinderäten weit hinter der Grenze zur Zurechenbarkeit. Meine Pointe ist immer, dass das Blog dort vielleicht noch besser als in Riesa funktioniert hätte, genauso wie in Bottrop (keine Ahnung, warum ich dann immer diese Stadt nenne, habs mir so angewöhnt). Und dann sag ich immer, Riesa ist überall in Deutschland. Und am Ende wird dann meist draus, ich gäbe Einblicke in ostdeutsche Abgründe. Nö, in deutsche Abgründe.

Ich wurde mal von einer Berliner Journalistin gefragt, ob ich nun „nicht schon alles über die DDR geschrieben habe“, sie meinte das witzig. War es auch, aber es ist eben auch nicht so weit weg von dem, was viele Redakteure im Nicht-Osten sich so zusammendenken.

Ich könnte über all das viel überzeugender klagen, hätte ich nicht so oft die Schrunzdummigkeit in allzu vielen ostdeutschen Redaktionen mitbekommen, geht es um den westlichen Teil der Republik. Wenn der „Wessi“ nicht nur eine alltäglich gebrauchte Floskel ist, sondern auch als Charakterzuschreibung taugt. Besonders schlimm, da die allermeisten ostdeutschen Journalisten schon mal „im Westen“ waren und es besser wissen sollten, wenn sie nur wollten. Bei den westdeutschen Kollegen hingegen kann man das Umgekehrte nicht unterstellen, Vorurteile also eher nachvollziehen.

Ich habe mal in einer Regionalzeitung einen Bericht gelesen, in dem die Wessis für Schlaglöcher in den Straßen verantwortlich gemacht wurden. Ehrlich.

Der Ostinstinkt funktioniert zudem ja auch in ostdeutschen Redaktionen. Ab und an, so jedes Jahr ein paar Mal, schreibe ich Geschichten über Rumänien, genauer gesagt, über die deutsche Minderheit in Siebenbürgen, eine meiner verschrobenen Interessen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass die bei einem guten Glas Borschtsch und Polka im Hintergrund geschriebenen Texte über Schriftsteller, Kulturhauptstädte und Minderheitenprobleme zwar ganz gut sein können, ein Abnehmer aber wahrscheinlicher wird, wenn noch etwas beigefügt wird: Pferdekutschen. Tatsächlich habe ich drei größere Geschichten für Ost- wie Westzeitungen geschrieben, die allesamt nichts mit der Pferdezucht zu tun hatten, aber unabhängig voneinander mit Kutsche und Pferd bebildert wurden. Auch daraus habe ich meine Lehren gezogen. Ich fotografiere bei Recherchen in Rumänien jetzt immer Kutschen mit Pferden, auch wenn ich dafür in Regionen reisen muss, die Rumänen wahrscheinlich als irgendwie ganz schön ostig beurteilen würden.

Also, kleiner Tipp an die Kollegen: Thema anbieten, und hintendran schreiben, spielt im Osten. Und dann kyrillisch unterschreiben.


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25 Antworten zu “… im Osten

  1. Tja, die Leute bekommen was sie hören wollen und nicht was sie sollen. Leider! Ich glaube aber dass das kein Problem von Redaktionen ist, sonder vielmehr ein Gesamtdeutsches Problem. So von wegen Ossis und Wessis. Vielleicht bekommt es ja die nächste Generation gebacken, frei von solch historischen Klassendenken zu leben.

  2. Ich möchte da Dani wiedersprechen bitte. Das ist kein gesamtdeutsches Problem sondern schlicht und einfach eine mit angekackter Hose in den Redaktionsstuben herumstolzierende Präpotenz, die ständig an den Hoden und Schamlippen völlig unbedafter Zeilenschinder zugange ist. Eine vor sich hin stinkende und mümmenlnde Überheblichkeit, die dem deutschen Publikum unterstellt, genau das zu wollen, was die Redaktionsstuben und Thinktanks der Sinnlossender an Scripted Reality zu auskotzen.

    Die beständige Nivellierung der journalistischen Qualität, die zunehmend der Lächerlichkeit preisgegebene Fähigkeit, aufrichtigen Journalismus zu betreiben, macht sich kostenseitig natürlich bezahlt: der zusammengestümperte Journalismus ist billigst zu haben; ein paar Trotteln finden sich immer wieder, die Ethik und Moral und Qualität vergessen, sobald man ihnen die Brustwarzen zwirbelt.

    Schlussendlich: Der Deutsche (Und das sage ich als Österreicher) ist garantiert nicht so debil, wie es die talentbefreiten Zeilenschinder gerne darstellen.

    Liebe Grüße,
    Peter

    • Das (vermeintliche?) Problem der Journalisten, keinen ordentlichen Journalismus mehr betreiben zu können, kann letztlich nur zur Konsequenz haben, dass diese gar nicht wissen, was der Leser lesen will. Wenn Journalismus ordentlich sein soll, muss er nah am Menschen und damit nah am Leser sein. Wer sich aber nicht aufrichtig für Menschen interessiert, kann auch nicht wissen, was die Leser wollen. Also reproduziert man sein eigenes verschrobenes Weltbild in platten Überschriften und platten Texten. Da hilft nur: Nicht lesen und Abo kündigen.

  3. Ich habe mal in einer Regionalzeitung einen Bericht gelesen, in dem die Wessis für Schlaglöcher in den Straßen verantwortlich gemacht wurden. Ehrlich.

    Klingt plausibel! 😀

  4. Feiner Eule-Beitrag, danke! Ansonsten kann ich dir nur recht geben, Thomas. Die Klischees sind da, die Geschichten grob geschnitzt. Das geht den SPON-Stories über Riesa sicher ebenso wie dem SPIEGEL-Beitrag über die Eltern, die ihr Elterngeld neuerdings in Luxusreisen und -Produkte, investieren. Absoluter Quatsch. Ich frage mich: Auch wenn Klischees und Stereotypen in der Theorie der Vereinfachung von der überaus komplexen Realität dienen sollen, haben wir inzwischen nicht eine Schein-Realität, ein mediales „2nd-Life“ (deine Beiträge natürlich ausgenommen, auch wenn man den Verdacht haben könnte, dass Riesa nur Nazis hat, und W. Köhler).

    Beste Grüße und ebensolche Wünsche für das neue Jahr,

    Tobias

  5. Nach diesem Bericht bin ich dankbar, dass es „„Orgeln aus dem Osten“.“ hieß und nicht, wie ich bereits reflexhaft las, „Orgeln im Osten“. Darüber hinaus kriege ich (ähnlich wie bei Filmen über Zeit-Paradoxa á la Zurück in die Zukunft) bei solchen Texten einen Knoten im Hirn. Kommt denn die mediale Aufmerksamkeit (z.B. Bildblog) nun davon, weil der Text vom Osten handelt oder weil darin etwas zur medialen Aufmerksamkeit bezüglich ostdeu……ach, ich hör besser auf bevor’s wehtut.

  6. @ at home: Und auch hier wieder das unaufgelöste Paradox. Hier der Klassiker: „Alle Kreter lügen.“ (Österreicher einfach mal mit eingeschlossen ;-))
    Wenn die kommentierende Zunft nicht besser wird als das zu Kommentierende, ist das wirklich „gordisch“.

    • Der Klassiker „Alle Kreter lügen“ funktioniert nur, wen’s ein Kreter sagt.
      Drum, viel besser, weil ohne Zusatz verwendbar:
      Dieser Satz ist falsch.

  7. Pingback: Tweets that mention … im Osten | Thomas Trappe -- Topsy.com

  8. Die von dir beschriebene Darstellung von Rumänien in den Medien erinnert mich an einen Blogbeitrag von mir (http://mazbln.wordpress.com/2010/10/18/albanien-ein-land-das-nur-absonderlichkeiten-zu-kenne-scheint/) über Albanien, wo die Darstellung selbst in den öffentlich-rechtlichen Medien noch viel krasser von der Realität abweicht. Ich habe aber auch keine Vorstellung davon, wie sich das ändern lässt. Wenigstens kann man heute über Blogs ungefiltert dies und jenes richtigstellen, selbst wenn das nur wenige erreicht.

  9. Mazbln, du hast ja schon in dem betreffenden Eintrag gleich im ersten Satz auf das Problem hingewiesen, nämlich dass nur sehr selten über Länder wie Albanien berichtet wird. Ich glaube, die meisten Leute verbinden mit Albanern lumpige Bettler, die die „anständigen Bürger“ immer in den Fußgängerzonen nerven. Mehr scheint es nicht zu geben, was von Interesse sein könnte. Auf Anhieb wüsste ich jetzt auch nichts.

    Die Gewichtung einzelner Länder in der Berichterstattung lässt sich hervorragend an den eingesetzten Korrespondenten ablesen. Die Kriegstreiber USA z.B. haben 17 ARD-Rundfunkkorrespondenten (sofern ich mich nicht verzählt habe und irgendeiner nicht sowohl als Hörfunk- als auch Fernsehkorrespondent auftritt. Ganz Afrika südlich der Sahara kommt gerade mal auf lumpige 5. SSA hat aber 48 Länder.

    Da spielt natürlich auch immer die Arroganz in den Redaktionsstuben rein, was man ja an dem Ossi-Wessi-Problem sieht. Echt unglaublich, von welcher Feindseligkeit ich schon gehört habe. Witzig ist ja auch, wie immer wieder der Stereotyp des tumben Ossis tradiert wird. Wenn die Korrespondenten der Fernsehsender Umfragen in Leipzig machen, dann suchen sie grundsätzlich Orte wie den Hauptbahnhof auf, wo ja auch viele Pendler aus dem Umland sind. Komischerweise überwiegen bei den Umfragen dann auch solche Leute, die tatsächlich stark sächsisch reden. Da muss man in Leipzig aber wirklich ein bisschen suchen. Witzig finde ich ja auch, wenn Sachsen untertitelt werden, obwohl man sie gut verstehen kann, Bayern aber häufig selbst dann nicht, wenn es für den Nichtbayern wirklich keine Chance gibt. Und wenn doch, dann schreiben die Redakteure totalen Scheiß drunter.

  10. Man könnte sich wohl lange darüber streiten, ob die Redaktionen nun so dumm sind, weil die Leser das verlangen oder die Leser so schlicht sind weil die Redaktionen ihnen keine besseres Futter geben. Huhn oder Ei, wer weiß das schon und es tut auch nichts zur Sache. Fakt ist aber, dass man als Ostdeutscher, auch wenn man gerademal ein paar Kindheitsjahre wirklich in der DDR verbracht hat und sich darüber in so gut wie keiner Weise definiert, dieses gefährliche Halbwissen über den OSten des Landes permanent mitbekommt. Für viele, die im Westen Leben und nie im Osten waren ist Leipzig und Rumänien kein großer Unterschied, ich glaube auch die Kutschen trauen sie uns zu. Mit dieser Wahrheit haben sie sich arrangiert, haben es sich recht gemütlich gemacht im Ländle und anderswo und wollen da auch nicht raus, aus diesem Bild, was doch so schön passt.

    Drum Danke Thomas, für mal wieder wahre Worte, für traurige Worte, die hoffentlich mindestens einen erreichen, dem sie neu sind und zum Nachdenken bringen. Außerdem natürlich ein gesundes neues, auf sylt, in Riesa, in Leipzig und anderswo und lass dich nicht von den Kutschen erwischen.

  11. Bei der Frage ob künftige Generationen weniger Ost-West denken haben werden habe ich lange Zeit gedacht das das Wissen um die „Unterschiede“ auch Jahre nach der Wende noch von Generation zu Generation weitergegeben werden wird. Doch unlängst wurde ich von einem eingeborenen Thüringer in einer solchen Ost-West Diskussion gefragt wie ich denn aus dem Osten kommen könne, da meine Heimat (Mecklenburg) doch gar nicht zur DDR gehört hätte.
    Tja erstmal war ich etwas baff und dachte mir das eine derartige Unwissenheit doch gar nicht angehen könne. Aber vielleicht ist es eigentlich gar nicht so schlimm sondern vielleicht liegt in dieser Unwissenheit sogar der Schlüssel um gegenseitige Vorurteile abzubauen, in dem am Ende immer mehr vom Osten wegfällt. Als nächstes noch Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen … nur – so fürchte ich- wird Sachsen, immer irgendwie Zonenrestgebiet bleiben. Selbst im Denken der anderen Ostdeutschen (so erlebe ich es zumindest immer wieder). Denn, und darin liegt meiner Meinung nach der Kern des Ost-West Problems, jeder braucht immer einen Anderen zum diskriminieren und um die eigenen Probleme und Unzulänglichkeiten immer einem ominösen Anderen zuschieben zu können. So hat der Ossie den Wessi, der Bayer den Franken und alle haben sie die Ausländer und die Politik und sowieso und überhaupt … und dem Sachsen wird dann wohl nur noch der Rumäne bleiben – da fahren sie ja auch heut und in 20 Jahren alle noch mit Pferdekutschen über die nicht geteerten Straßen.

  12. Von einem Freund der Medienwirtschaft studierte, wurde mir einmal erklärt, die Entwicklung des Fernsehens vollzieht sich in 3 Phasen:
    1. Phase – intelligente Menschen machen Fernsehen für intelligente Menschen
    2. Phase – intelligente Menschen machen Fernsehen für dumme Menschen
    3. Phase – dumme Menschen machen Fernsehen für Dumme Menschen
    Vielleicht trifft diese Entwicklung auch auf die Printmedien zu und wahrscheinlich befinden wir uns in Phase 3.
    Ein Trost der bleibt – es gibt in Ost und West ein paar Menschen, die es nachweislich besser wissen.

  13. *muahaha* Ich muss gerade daran denken, wie niederbayerische Dörfler aus dem Kuhkaff A Witze über den Dialekt des Kuhkaffs B 20km weiter machen und umgekehrt. Ohne Ausgrenzung geht’s offenbar nicht. *g*

  14. Heidi- Barbara

    Ich denke jetzt einfach mal laut: die einzig mir bekannte stetige Sendung im überregionalen Fernsehen, wo Sachsen wie Sachsen reden dürfen aber trotzdem als kompetent gelten, ist „Zuhause im Glück“ auf RTL 2. Gut die Hälfte der Handwerkertruppe kommt aus Sachsen und redet auch so — und die machen ihre Arbeit *trotzdem* super.
    Ich finde, wenn schon für nix anderes, aber dafür sollte man RTL2 den sächsischen Staatspreis oder sowas in der Art verleihen.

  15. Vielleicht liegt es einfach daran, dass Klischees und Stereotypen zum Handwerkszeug vieler Journalisten (oder des Menschen allgemein) gehören. Ich denke nur an solche Klischees wie „… verwechselt Facebook-Freunde mit richtigen Freunden“ – also ich kenne niemanden, der in der Realität unter diesem Problem leidet. 🙂 Oder die angeblichen „digital natives“: Musste letztens einer 23-jährigen zeigen, wie sie ihre nächste Bankfiliale im Internet herausfindet. Außer chatten können die gar nix. Ups, Klischee. Für die Rumänen tut mir das natürlich leid. Übrigens habe ich gestern „Die schlechtesten Eltern der Welt“ auf Kabel 1 gesehen (ich steh dazu). Da brachte eine rumänische Bauernfamilie (mit Pferdekutsche!) deutschen schwererziehbaren Teenagern bei, wie man liebevoll und respektvoll miteinander umgeht und fleißig arbeitet. Auf jeden Fall übertrafen sie in punkto Sozialkompetenz und Menschlichkeit die Eltern der beiden Übeltäter um Längen. Ich war schwer beeindruckt von den Rumänen. Aber man darf ja wiederum nicht alles glauben, was im TV läuft… 🙂

  16. Lars-Nils-Eric

    Du bekommst bestimmt mal einen Lehrauftrag für Ostdeutschen Provinz- Voyeurismus Medienschaffender in Theorie und Praxis … 🙂 Die Geschichten würden in Westprovinzen nie klappen, dort müsstest du dich dem Diktat des Boulevarismus beugen und Privat-TV-Clips drehen. Mache bitte lieber weiter wie bisher. Schreibe doch bitte mal etwas übers Eichsfeld, nur so … Oder über das obere Vogtland kurz vor der Zonenrandgrenze. Gab auch schon eine schöne ZEIT-Geschichte über Zwickau, wo wegen der Überalterung die Bestattungsinstitute und Reha-Geschäfte boomen.

  17. Naja, die Mauern in den Köpfen und Fahnen in den Hirnen werden immer existieren, bald aber einen kleinen Impuls bekommen und zum Teil abgebaut werden: Wenn endlich herauskommt, dass der Stern gefälschte Ossi-Tagebücher veröffentlicht hat.

  18. Seitdem meine Mails auf meinen neuen BlackBerry landen oder auch nicht,
    lese ich,Deinen vorletzten Beitrag zuletzt-was mich aber wieder versöhnt .
    Mit welcher Arroganz ein gesamtes Jahrhundert behandelt wird,gibt mir
    schwer zu denken.Wie leg ich kluge kritische Journalisten lahm-ich jage
    SIE auf die dummen selbstgefälligen Journalisten oder umgedreht.
    Die müssen an den Pranger-Wer ist Roß -Wer Reiter.Viele Ostler,hatten
    diesen Überblick.Sei weiter klug und besonnen.
    Hochachtungsvoll
    Dein väterlicher Komplize Nudel

  19. Lieber TT, bei deiner Vorliebe für die SS (Siebenbürger Sachsen) ist es mir absolut unbegreiflich, wieso du das noch nicht mit DEM THEMA schlechthin:
    Integration, verbunden hast…z.B. ein Porträt über eine Leipziger lokale Legende…das nimmt dir von NEON bis ZEIT Sachsen JEDER ab…

  20. Alter Nihilist

    „Und dann kyrillisch unterschreiben.“
    Und ordentlich Borschtsch-Flecken drauf.
    (Ich löffel B. immmer vom Teller, den Kwas aber, den schütte ich mir aus dem Glas rein. 🙂

  21. anno 1997 gabs noch welche, selbst mit einer rumgefahren. ob sie allerdings schlappe 14 jahre und 1 eu-beitritt später noch so oft zu sehen sind…

  22. Zum Glück ist Spon da, um mich an die wichtigen Osten-Ereignisse zu erinnern: http://www.spiegel.de/international/zeitgeist/0,1518,738309,00.html

  23. köstlich! Vorurteile und Stereotype regieren die Welt. Passt ebenso auf Lateinamerika. Argentinien-Artikel laufen doppelt so gut, wenn irgendwo Gauchos und Evita auftauchen – egal, worum es geht. Und Mexiko und Kolumbien ohne Drogen geht gar nicht.

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