Über Leben in Riesa

Riesa an der Elbe ist vielleicht der Horst Köhler unter den Städten: Beide sind ziemlich schnell beleidigt. Riesa liegt zwischen Dresden und Leipzig und ist kleiner als jene schönen Orte. Das hat Riesa eben nie verkraftet – und vielleicht auch deshalb in den vergangenen Jahren lauter Phallussymbole in die Stadt gepflanzt… (Weiterleitung zu tagesspiegel.de)


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31 Antworten zu “Über Leben in Riesa

  1. Hier einige Beispiele von den „paar Ausländern“, die seit über 15 Jahren nach Riesa kommen. Übrigens sind das jedes Jahr mehr als aller 4 Jahre zu den Olympischen Winterspielen kommen. So um die 30.000 bis heute, fast mehr als Riesa Einwohner hat. Aber in Ihren Augen sind es nur ein „paar“:

    http://www.facebook.com/group.php?gid=337026030190&ref=search

    http://www.facebook.com/group.php?gid=197506899520&ref=search

    http://www.facebook.com/group.php?gid=46019822242&ref=search

    Entweder Sie recherchieren schlecht oder Sie lügen einfach nur auf eine primitive Weise – quasi im Sinne des unantastbaren Journalistenkartells. So oder so ist die Aussage äußerst schizophren für einen Gegen-die-Ausländerfeindlichkeit-kämpfenden Provinzjournalisten und respektlos gegenüber allen 30.000 Ausländern – in Riesa besser und respektvoller bekannt als „Tänzer aus aller Welt“.

  2. Erlauben Sie mir bitte noch 2 Fragen, die sich mir nach Ihrem SZ-Artikel über die Umbenennung der Mannheimer Straße aufdrängen:

    Sie meinen also, dass die Umbenennung der Mannheimer Straße mehr Würdigung verdient als über 3.000 Tänzer aus aller Welt, die seit 15 Jahren Jahr für Jahr 2 Wochen lang das Kaff Riesa zum Treffpunkt der Show- und Stepptanzwelt machen?

    Sie meinen also, einem Schüler kann man mit einer Straßenumbenennung effektiver und nachhaltiger begreifbar machen, dass Ausländerfeindlichkeit eines der größten Übel der Menschheitsgeschichte ist als mit 3.000 Tänzern aus aller Welt, die seit 15 Jahren Jahr für Jahr eine auf dieser Welt einzigartige Atmosphäre schaffen?

    Vielleicht erläutern Sie noch einmal dem Nicht-Riesaer die Hintergründe zur Straßenumbenennung, die aus meiner Sicht nichts als blanker Wahlkampf-Aktionismus ist.

  3. @ Ausländer: Darf ich an dieser Stelle kurz den Einstieg des sehr gelungenen Textes von Kollegen Trappe zitieren: „Riesa an der Elbe ist vielleicht der Horst Köhler unter den Städten: Beide sind ziemlich schnell beleidigt.“ Ihre Reaktion ist also nur zu passend und verständlich…Man könnte meinen, Sie arbeiten direkt neben der Erdgasarena.

  4. Ein klasse Artikel, ich habe gelacht und irgendwie macht er Riesa auch ein bisschen sympatisch

  5. @ Riesa-Kenner: Bin ich beleidigt, wenn ich Herrn Trappe mit Argumenten kontra gebe? Bin ich beleidigt, wenn ich einfach nur 1.000 Riesaer Facebook-Fans sprechen lasse? Fragen Sie doch mal Herrn Trappe, wie beleidigte Riesaer wirklich reagieren! Jedenfalls nicht, indem sie 30.000 Argumente aus aller Welt sprechen lassen.

  6. @Ausländer: Vielen Dank für ihre Fragen und Anregungen. Und Verzeihung für folgendes, aber ein bisschen spielen Sie mir den Ball ja zu. Zum Riesaer Tanzspektakel kommen also mehr Leute als zu den Olympischen Spielen? Ich bin dankbar für die Statistik, die das bestätigt, habe selbst aber keine gefunden. Aber was ist denn eigentlich so schlimm daran, dass Riesa nicht Vancouver ist, warum immer gleich diese Superlative? Und die Sache mit dem Journalistenkartell höre ich nicht zum ersten Mal, lass es jetzt aber mal gut sein.
    Im Ernst, ich schätze sehr die Tanz-WM in Riesa, und vielleicht sind es auch ein paar mehr als ein paar Ausländer. Bestimmt sogar. Aber manchmal schreib ich halt so.
    Auf ihre letzte Frage weiß ich nicht so recht zu antworten, weil ich jetzt nicht weiß, wie ich die 30000 Tänzer in einen Bericht einbinden kann, in dem es um eine Straße in einem Industriegebiet geht.

  7. Hier die Statistikquelle für die Teilnehmer der olympischen Winterspiele (gleich oben rechts in der Datentabelle):

    http://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Winterspiele_2010

    Helfe gern mit Fakten 🙂

  8. @Ausländer: Sie haben Recht, tatsächlich sind es mehr Athleten. Von der These, dass das was über die Offenheit der Stadt aussagt, bin ich allerdings noch nicht so recht überzeugt.

  9. Zu den olympischen Winterspielen kommen selbstverständlich mehr Zuschauer als zur Tanz-WM in Riesa. Letztere hat, wenn der Kommentierer vor mir recht hat, mehr aktive Teilnehmer. Übrigens hat die Tanz-WM damit auch mehr Teilnehmer als die Fußball-WM (32 Mannschaften mit je 23 Spielern – macht 736 Sportler).

    Dass man drei Facebook-Gruppen, die zwischen 230 und 420 Mitglieder haben, nicht zu 1.000 Riesa-Fans zusammenzählen kann, nur nebenbei. Da sind, wie drei Klicks zeigen, weitgehend dieselben Menschen drin.

  10. @Johannes: Ja, er hat recht, es gibt mehr aktive Teilnehmer. Die Tanz-WM überbietet in dem Sinne sogar den Eurovision Song Contest.

  11. Ach ist das köstlich.
    Hier zu lesen, taugt manchmal als Ersatz für das Stück Belohnungs-Schokolade nach getaner Arbeit. Oder ich genieße Beides.

  12. @ Ausländer: Gemessen an der Gesamtanzahl aller Ausländer dieser Welt, sind die jährlich 3.000 in Riesa natürlich ein verschwindend geringer Prozentsatz. Aber das ist wohl wirklich Krümelkackerei. Allerdings sollte man sich nicht an einem zugespitzten Satz in einem sehr zu gespitzten 14.000 Zeichen-Artikel aufreiben. Die Übertreibung war doch deutlich aus dem gesamten Text herauszulesen, oder bin ich als Einziger dieser Meinung???

  13. Zur Statistik kann ich nichts beitragen. Möchte nur sagen, dass ich mich am Sonntag beim Aufschlagen des Tagesspiegels sehr über ein bekanntes Gesicht gefreut habe – und über einen gelungenen Artikel.

  14. petra rhodius

    Über ein Leben in Riesa haben mein Mann und ich lange nicht mehr über einen Artikel in der Zeitung so oft schmunzeln müssen!
    Wir vermissten nur ein Foto mit dem Phallussymbol.
    Leider bin ich nicht genügend computertauglich, da ich gerne beim Grimme Institut abgestimmt hätte. Die Informationen die ich dort bekam waren mir zu wirr.
    Herzliche Grüße
    Petra Rhodius

  15. Riesa TV: Bleibt Dr. Frank Aufsichtsratsvorsitzender

    „Buckelmarco und Spatzenhirne“
    Ein Gedicht auch für „Ausländer“

    Der Marco in seinem weißen Hemd,

    (gelöscht)

    Dichter

    @Dichter: Ich kann hier nicht jeden Scheiß veröffentlichen lassen, es sei denn, sie zahlen die Anwälte selbst. tt

  16. Bemerkenswerte Einstellung zu den echten Riesaer Problemen. Schade dass man sogar hier vergeblich auf einen intellektuellen Zugang hofft. Na dann schön weiter
    auf Linie bleiben und immer fleißig in den Chor der Spatzen mit einstimmen…

    Dichter

  17. Kollege Reuther

    @ Dichter: Ich habe Ihr Gedicht gelesen, als es bereits bei Riesa-TV als Kommentar veröffentlicht war. Von daher kann ich dem Kollegen Trappe nur beipflichten. Denn es besteht ein großer Unterschied zwischem intellektuellem Zugang und einer schnöden Beleidigung, die eindeutig unter die Gürtellinie geht. Wie man intellektuell mit den Riesaer Problemen umgeht, das zeigt Kollege Trappe hier mit seinem Blog, in dem nicht einmal der sympathische Stadtrat Jürgen Gansel so offensichtlich beleidigt wird, wie der sympathische Herr Branig und der sympathische Stadtrat Dr. Arzt. Und überhaupt, seit wann reimt sich Clown auf Disposition??? Außer in Sachsen???

  18. @Dichter: Habe dem Kollegen Reuther nicht viel hinzuzufügen. Nur eines. Der „Scheiß“ bezog sich gar nicht so sehr auf den Inhalt, sondern hauptsächlich auf die Unart, in anderen Blogs wildfremde Leute so zu beleidigen, dass es für den Blogger rechtliche Probleme bedeuten kann. Wenn Sie es so ernst meinen, schreiben Sie doch ihren Namen unter das Gedicht oder geben wenigstens eine Mail-Adresse an. Dann werde ich es trotzdem nicht freigeben, aber dann wüsste ich wenigstens, dass Sie zu dem stehen, was sie da so schreiben.

  19. klasse, super, fantastisch. besser als ein tatort-zweiteiler und sowieso besser als die schwarzwaldklinik auf blu-ray.

    ich als altriesaer und langjähriger mitbetreiber von riesa.nu (ja, die verrücken, die gegen alles und für alles stimmung gemacht haben) amüsiere mich immer wieder aufs neue…

    thomas, wo warst du vor 10 jahren als wir dich gebraucht haben? – danke für diesen blog

    sonnige grüße
    krabaz

  20. Spatzennest und Lokalschmieranten

    Ein Spatzennest muss es wohl sein,
    wo sich „Kollegen“ finden ein.
    Mir kommt’s vom Auge übers Ohr,
    Reuther heißt der neue Mohr.
    Ein Reuther Wolframs neuer Rainer,
    der kennt den Reim so wie sonst keiner(???).
    Er schmiert für den der Nazis holte,
    als Steuerzahler sie uns zollte.
    Die Kasse würde schließlich klingen
    wenn Nazis das Gewerbe bringen.
    Des Dichters Zeilen sind vorbei(???),
    In Marcos Billigflimmerei.
    Er ist im Wahn Wolframs des Reuther,
    Er geht uns allen auf die Euter.
    Mach weiter hilf dem Wolfram flink,
    mach Dich zu seinem Schmierenfink.
    Ob Marco, Dieter, oder Robert,
    Ihr seid des Wolframs „Schild und Schwert“.
    Als Maden Ihr im Arsche kreucht,
    bei Wolfram stinkend warm und feucht.
    Ein Nest voll Spatzen, Meisen Finken,
    ihr bringt die ganze Stadt zum stinken.
    Ihr fallt der Gerti in den Rücken,
    um Euch in Wolframs Arsch zu drücken.
    Der Intellekt der ist Euch fremd,
    schämt Euch ihr Maden bis aufs Hemd!
    Den „Tafeldienst“ ich neu gewagt,
    seit Walter diesen abgesagt.

    Dichter

  21. @Dichter: Jo!

  22. Kollege Reuther

    @Dichter: Bravo, dieses mal reimt sich sogar alles, allerdings auf Kosten einiger Grammatikfehler, naja, man kann eben nicht alles schaffen. Ich würde Ihnen übrigens empfehlen, das Mohr durch Tor zu ersetzen. Immerhin wollen Sie ja mich beleidigen und nicht irgendwelche dunkelhäutigen Mitbürger oder den armen Sarotti-Mohr. Ich habe mir das Gedicht ausgedruckt und an meine Pinnwand gehängt. Jo!

  23. @Dichter

    Halli-Hallo Dichter,

    Oh, es tut mir, ach so weh,
    Dass ich nicht mit im Gedichtlein steh,
    Da kämpfe ich nun Tag für Tag,
    Sogar wenn’s Gerti nicht so mag –
    Und trete selbstlos gegen sie an,
    Auch wenn’s ein „Dichter“ nicht leiden kann.
    Doch der hackt nur auf andre ein,
    Dabei bin ich genauso’n Schwein.
    Hau kräftig nun auf mich mit drauf
    Und nimm mich in deine Feindesliste auf!

    Vielen Dank für dein Verständnis sagt Thoralf Koß, in der verzweifelten Hoffnung, nicht unbedingt nur „Made“ zu sein, sondern gleich auch „Raupe“ – denn aus denen werden bekanntlich Schmetterlinge, die sich erheben und nicht schneckengleich ihren dichtenden Schleim über alle kritischen Riesaer ausschütten, so wie du das tust! Shame on you – und viel Spaß bei allen weiteren Versuchen, sich in die Hintern der „mächtigen“ Riesaer zu „drücken“!

  24. das land der dichter und denker …

    vielleicht sollte man mal darüber nachdenken und ein online-forum einrichten?!
    oder besser einen stammtisch im hügel!

    cheers
    krabaz

  25. MARTINWERK – IV :

    „Gereimt Gedicht-Dichter unter sich“

    Im Tohralf fließt das Dichterblut,
    man kennt sich oh wie gut das tut.
    Du wirst mein Feind im Traum nicht sein,
    lässt Du dich nicht mit Wolfram ein.
    Den Thoralf ich gut leiden mag,
    kämpft er doch ehrlich (!) Tag für Tag.
    Bekommt kaum Presse noch TV,
    in Riesa macht man ihn zur Sau.

    Dabei ist er ein kluger Kopf,
    frisst nicht aus Wolframs / Gertis Topf ?
    Der Thoralf ist die erste Wahl,
    in Riesas Obermeisterqual.
    Der Thoralf Demokrat und gut,
    helft, wählt ihn, habt nur Mut.
    Wichtig bei aller Dichterei,
    Riesas Zukunft Köhlerfrei !!!

    Wolframs Visionen aufgepasst,
    die haben nur das Geld verprasst.
    Ob Stadtwerk, FVG, Magnet,
    schaut wohin die Kohle geht.
    Die VEB’s mit Rattenschwanz,
    verdreifacht Riesas Schuldbilanz.
    Er hat der Stadt nur Stress gemacht,
    dabei nur Schulden uns gebracht.

    Die Stadt braucht keine Marionette,
    auch wenn’s der Wolfram gerne hätte.
    Wir brauchen Macher wie den Koß,
    ich denk nur Gerti sitzt zu Roß.
    Wenn sie’s wird kann man auch mit leben,
    nur Marco nicht, der ist daneben.

    Dem Walter war der Suff verziehen,
    den Riesen hat man ihm verliehen.
    Er schrieb von Huren, Nutten, V…zen
    zuletzt war’s einfach nur zum Kotzen.
    Trotz Rächtchtraipunk und Schmuddelei,
    heut ist er überall dabei.
    Ich brauche der Maden Mitleid nicht,
    schreib weiter mein „gereimt Gedicht“.

    „Dichter“

  26. Kollege Reuther

    Langsam wirds langweilg…*gähn

  27. ich fühle mich als fast ausländer ( niedersachse) in riesa sehr wohl. ich bin radler (kein Radfahrer) und bin absolut begeistert, dass unsere ratschefin auch mit dem radl für ordnung in unserem städtchen sorgt. wieviele ausländer so wie ich würden heute noch durch riesa irren oder sogar in der elbe verschwinden, aber sie hat das falsche schild entdeckt. aber warum war der artikel so klein und nicht auf seite 1?
    und dann die privataudienz bei bundes-angela. was für ein gewinn für riesa.
    und dass die bücherei wieder bücher kaufen darf, finde ich auch ganz toll.
    und dass die sternwarte großzügigst subventioniert wird – das gehört sich doch für eine stadt mitten im freistaat – obwohl es wäre natürlich billiger, jedem besucher eine bahnfahrt zur sternwarte in berlin zu spendieren.
    aber jetzt eine ernste Frage: warum mutter teresa?

  28. @Udo Röhl: Verzeihung, sie wollen wirklich auf der ersten Seite lesen, die OBM habe ein Verkehrsschild umgedreht? Vielleicht sollte ich meine Gedanken zur Krise des Lokaljournalismus nochmla überwerfen. Die Privataudienz bei Merkel ist sicher was tolles, aber ganz klar auch eine Wahlkampfaktion. Das werfe ich Frau Töpfer nicht vor, nur, muss es ja nicht die Nachricht des Tages werden, oder? Das mit Mutter Teresa verstehe ich nicht, hab ich das irgendwo mal geschrieben?

  29. lieber herr trappe,
    vielleicht war in meinen ausführungen der leise hohn nicht erkennbar. ich halte das umdrehen eines verkehrsschildes für GAR KEINE nachricht wert, weder auf seite 1 oder seite 757. es sei denn, man (frau) hat einen gewissen hang zur selbstironie oder satire. ich finde es interessant, mit welchen banalitäten wahlkampf geführt wird. substantielle aussagen über die zukunft in fast jeder richtung fehlen bei allen kandidaten. ich befürchte, dass die meinung herrscht, es wird alles so schrecklich, das kann man dem wähler erst nach der wahl zumuten,- oder unsere kandidaten wissen es selbst nicht besser.
    zu „mutter teresa“: das habe ich als neu-riesaer mehrmals von bürgern gehört. ich kann es mir nur mit der versorgun notleidender meschen erklären. wer sind diese menschen und mit was sind sie versorgt worden?
    zum riesaer appell: gut abgeschrieben war doch in der schule schon besser als schlecht selbstgemacht. blöd nur, wenn man erwischt wird.

  30. Kollege Reuther

    @ Udo Töhl & den Riesaer Appell: Frau Töpfer sagte mal zu mir (es ging zwar um einen möglichen Bürgerhaushalt, ist aber auch jetzt passend): „Abgucken ist die beste Investition“.

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