Twitter-Apfel freut sich über Nazi-Enten

Apfel zwitschert. Tja, was soll man von dieser NPD-Pressemitteilung halten? Der Wahlriesaer Holger Apfel hat neue Medien für sich entdeckt, um sich mit „Quotennegern“ auseinanderzusetzen. Twitter also. Hören wir mal kurz rein, 21 Uhr am Donnerstagabend, aktuellster Beitrag: „Für die NPD gilt das Abstammungsprinzip“, verkündet Apfel etwas vorhersehbar. Naja, wurde sowas auch mal getwittert.

Die NPD ist grad stolz wie Bolle, widmen wir ihr also noch ein bisschen Aufmerksamkeit. Der Gemeinderat eines Doofs in der Nähe von Riesa hat es, wie jetzt raus kam, geschafft, dem Riesaer Amtsgericht kraft Vorschlagsliste die liebevolle Schöffin Ines Schreiber unterzujubeln, die gerne mal auf der NPD-Liste für den Gemeinderat von dem Doof kandidiert. Eine ganz eigene Art, Nazis vor Gericht zu bringen, könnte man sagen. Oder eben, wie der ehemalige Bürgermeister von Doof: „Wenn die NPD nicht verboten ist, dann haben wir keinen Grund, an der Legitimation einer NPDin für das Schöffenamt zu zweifeln“. Sagte er so ähnlich.

Jetzt hat die Pressestelle der sympathischen NPD schon ganz blutige Finger vom Pressemitteilungen verschicken. Es wird ein NPD-Schöffe nach dem anderen entartet enttarnt von der NPD vorgestellt, der irgendwo in Sachsen national und nach Volkswillen aburteilt – und schön stolz drauf ist. In Riesa arbeiten derweil die Richterhirne an einem Weg, wie man das Geschenk von Doof wieder abtreibt. Bis jetzt hat die NPD-Schöffin erst eine Verurteilung begleitet, es ging um Diebstahl. Ich meine hier mal, sie hat sich damals für die Todesstrafe eingesetzt, oder wenigstens ähnlich Schariahaftes.

Und weil es der NPD grade zu gut geht, malt man jetzt auch Nazi-Enten. Die Betreffzeile: „Wahlkampfnovum: Sachsen-NPD verteilt spektakuläres Enten-Comic“ lässt den untrainierten Leser ja zumindest erst mal vernehmbar furzen, den geübten Riesa-Journalisten aber nicht mehr. Die national gesinnte und „politisch unkorrekte“ Ente, die die NPD in 30.000-facher Ausfertigung an rund sechs Hektar Kinder verteilen will, beschäftigt sich laut Presseerklärung vom Twitter-Apfel mit Themen wie „kulturelle und ethnische Überfremdung, fehlende Selbstbestimmung, Rechtswillkür und die Manipulation des politischen Bewußtseins durch die Massenmedien“, und das alles „in witzig verpackter Form“. Damit ist diese Ente zumindest, äh, anders als andere Enten.

Um es noch mal klar zu sagen: Ja, die NPD gibt jetzt Enten-Mangas raus, ein Strip heißt übrigens „Enten gegen Hühner“. Ob die Geschichte im Hühner-KZ endet, bleibt Spekulation.

Und jetzt noch ein Shortie aus der Abteilung Watchblog oder „Blogeinträge, wegen denen mich mein Verlag bald feuern wird“. Die Schwester der Sächsischen Zeitung, die Dresdner Morgenpost, meldete gestern im Aufmacher auf der Titelseite, der Leipziger Entertainer Paul Fröhlich sei gestorben. Ich war geschockt. Fast im gleichen Ausmaß wie vor fünf Wochen, als ich das erste Mal von seinem Tod erfuhr.

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4 Antworten zu “Twitter-Apfel freut sich über Nazi-Enten

  1. Das alles beweist mal wieder: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. [gelöscht]
    P.S. [gelöscht]
    P.S.S. [gelöscht] als die Tür vom Arbeitsamt.

  2. Das nenn ich mal nen Shortie.

  3. Pingback: Heut mal für die Kleinen « Thomas Trappe

  4. Pingback: Fürs Vaterland: Auf ein Bier mit der NPD « Thomas Trappe

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