„Lecker“ „Fisch“

Die Schweinegrippe ist noch nicht angekommen in Riesa. Man mag sagen, na, das mit dem Riesa könnte man auch globaler fassen. Oder eben nicht. Wie jener Stadtrat, der in der heutigen Sitzung fragte, ob es auch in anderen deutschen Kommunen dieses Konjunkturpaket gebe. Dann könnte man ja mal ruhig lokaler rangehen an die Bauvergaben – und Riesaer Firmen bedenken. Achso, der Mann heißt Günz und ist von der NPD.

Lange blieb es indes heute ruhig auf seinem Platz. Oft wähnte ich die Gefahr eines Eklats bei Ereignissen wie jenen, als die Oberbürgermeisterin von der „Holzplastik Judas“ sprach (könnte der NPD ja ein „ooch“ oder ähnliches entfahren), oder die „Lagerhalle“ (könnte es vielleicht nie gegeben haben) oder ähnliches. Dann kam’s aber doch, eine Asiatin wurde angekündigt, sie werde im Klostersaal spielen. Das ist gut, denn die Frau ist gut. Herr Günz war da aber ganz Parteisoldat und rief  „Die schöne deutsche Sprache!“ (offenbar nicht in der Absicht, die schöne deutsche Sprache der Frau Oberbürgermeisterin zu loben).

Dabei gab es aber auch Ungewöhnliches beim Stadtrat. So drang eine Protestgruppe von 50 Leuten in den Sitzungssaal, um gegen das örtliche Krankenhaus mahnzuwachen (Ein Streit, der schon lange schwelt und viele Gerüchte beherbergt, die zu veröffentlichen hier sicher der ideale Ort wäre, aber der Platz…). Von der Verwaltungsbank wurde diese Störung, in der sich die Mitglieder auch noch auf dieses seltsame Versammlungsrecht berufen, mit folgender Analyse begleitet: „Sowas Primitives“. Und auch auf der Bank mit der städtischen Presseabwehr (vulgo: Pressesprecher) wurde höchst verständnislos gegiggert (wenn es dieses Wort nicht gibt, ist es trotzdem die ideale Bezeichnung für den zu bezeichnenden Vorgang).

Auf dem Heimweg starrte ich dann aus Versehen auf zwei Betrunkene, mit vollem Recht brüllten sie mich an, weiterzufahren. Wobei mir alles andere sowieso nicht im Sinne stand.

Weiterhin habe ich mir etwas vorgenommen. Auch wenn sich eine Frage aufdrängt und sich zudem reimt, ist es überlegenswert, sie so nicht zu stellen. In konkret: Auf die Information, eine Riesaer Klasse feiert 75 Jahre Schulabschluss, frage man doch bitte „Und wie viele kommen denn da?“ oder so. Und eben nicht: „Wie viele Schüler sind noch über?“ Ich entschuldige mich hiermit offiziell beim Informanten, da ist der Reimegaul mit mir durchgegangen.

Zum Abschluss noch eine kulinarische Empfehlung. Wer frittiertes Altöl mag, wird daran nicht vorbeigehen können. Der Fischfrittierer in der Riesaer Innenstadt. Mit echter „Garnitur“.

Hmm, "lecker"!

Hmm, "lecker"!

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Eine Antwort zu “„Lecker“ „Fisch“

  1. Es macht Spaß, in Deinem Blog über die östliche deutsche Provinz zu lesen.

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