Abfallwirtschaft und SPD-Nazis

Wenn man in Riesa nicht genau aufpasst, schwupps, ist es passiert, spricht man mit einem Nazi. Heute wieder: Wählte die Nummer der Abfallwirtschaft des Kreises und wer meldet sich: Die Deutsche Stimme, das Zentralwisch der sympathischen NPD. Merkte ich allerdings erst, als ich den Propagandasoldaten schon überschüttete mit Fragen. Wie viele blaue Tonnen es in der Stadt gäbe? Ob sich die Passanten belästigt fühlten dadurch? Ob sie ein privatrechtliches Unternehmen wären? Und warum eigentlich blau? Musste der freundliche Kollege natürlich alles offen lassen und seine wahre Identität preisgeben. Der Kontakt endete dann auch ziemlich schnell, über was soll man sich auch weiter unterhalten, so von Journalist zu NPD-Journalist? Vielleicht über Tarifverträge?

Jedenfalls hab ich jetzt endlich raus, welche Nummer ich wählen muss, um bei der Deutschen Stimme zu landen – denn eigentlich sind die ja geheim. Für alle: Einfach die Nummer der Großenhainer Abfallentsorgung, mit Riesaer Vorwahl. Kann man googlen.

Öffnet natürlich jetzt die Tür für einen naheliegenden Witz: Wer Müll will und sich zudem auch noch verwählt, bekommt die NPD. Wäre der naheliegende Spruch für einen NPD-Anrufbeantworter vielleicht: „Sie haben sich verwählt, bei uns gibts nur Apfel, kein Abfall“? Das ist nicht von mir, sondern mehr oder weniger von den Linken in Riesa abgekupfert. Da bekommt man zwar auch nie jemanden an die Strippe, aber der AB flüstert im rauhen Ton: „Sie haben richtig gewählt, leider sind wir gar nicht da!“ (Der zweite Teil der Ansage ist hier etwas verkürzt wiedergegeben). Kann man sicher auch viel reininterpretieren.

Die schönste Selbstbeschreibung lieferte heute übrigens ein Bundeswehrangestellter, der im nahegelegenen Materialdepot ab sofort arbeitet (übrigens ein Materialdepot, das die Bundeswehr von einem privaten Wachdienst bewachen lässt; eine VERTEIDIGUNGSARMEE!). Der gute Mann schrieb, dass er sich auf seine neue Beschäftigung freue und über seine vergangene Anstellung: „Meine Vorverwendung fand ich in einem Materialdepot in Hessen“. Da macht sich aber jemand mal so gar keine Illusionen über seine eigene Bedeutung.

Und einen noch: Die NPD musste heute eine korrigierte Pressemitteilung rausschicken. Landeschef Jürgen Gansel verwechselte seine eigene Partei mit der SPD. Und korrigierte schnell: Natürlich fordert die NPD eine nationale Verfassung, nicht die SPD. Nur beriefen sich eben beide auf Franz Müntefering. Die Ostoffensive der Sozialdemokraten scheint also wenigstens im Kreis Meißen schon großen Anklang zu finden.


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6 Antworten zu “Abfallwirtschaft und SPD-Nazis

  1. Ist der Hund oben auf der Seite eigentlich auch aus Riesa?

  2. „Doch egal, wie das ganze ausgeht: Von der Politik erwartet er nicht mehr viel.“

  3. @Hannes: Nein, ein Istanbuler Hund. Aber er könnte auch ein Riesaer Hund sein, behaupte ich.
    @Ulli: Das stimmt, kann man nichts mehr machen!

  4. Wo Du schon über die NPD schreibst – das komische Dings neben meinem Kommentar erinnert mich an eine Swastika.

  5. Ich weiß auch nicht, wie das da hinkommt. Aber what the hell ist eine Swastika? Irgendwas Pejoratives für Behinderte?

  6. Hm. Mich erinnern die Dinger nicht an „eine Swastika“, eher an so ein Muster auf Oregano-Papier (oder wie das heißt) ausm Bastelladen.

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